Melibokuslauf 21 km – auf 3 Stunden Schlaf


Der Melibokuslauf ist im Herzen ein Waldlauf, einfach und ehrlich. Gab 4 Dixi-Toiletten, geparkt wird am besten beim Bürgerhaus – von dort die paar Meter hoch zum Sperbergrund.

Puh, das war mal wieder ein Lauf, der mich an meine Grenzen gebracht hat. Nur 3 Stunden Schlaf vorher, das hat mehr an mir gezehrt, als mir lieb war.

Hatte mir vorgenommen, diesmal kontrolliert langsam zu starten, und musste mich die ganze Zeit tatsächlich bremsen. Der Mann mit der Bratwurst hatte diesmal keine dabei, dafür gab’s leckeres Bier am Ziel. Diesmal ist er mir im Downhill nicht so sehr entkommen wie beim Frankensteinlauf – stark, dass er zwei Halbmarathons an zwei Wochen hintereinander weg ballert, und das in dem Alter.

Bei Kilometer 14 begannen wieder die Wadenkrämpfe – exakt wie beim Frankensteinlauf eine Woche zuvor, nur dort schon bei Kilometer 10 im Downhill-Waldweg. Scheint bei mir ein Muster auf diesen Downhill-Passagen zu sein.

Die Strecke ist wirklich traumhaft, ein toller Waldlauf durch abwechslungsreiches Gelände, die anderen Teilnehmer gut drauf, super Stimmung im Feld. Allerdings hab ich den Frankensteinlauf noch deutlich in den Beinen gespürt. Die Woche davor war beruflich und privat der absolute Horror, ich war überhaupt nicht regeneriert – die letzten zwei Nächte vorher nur 4 und dann 3 Stunden Schlaf.

Verpflegt hab ich mich mit wiederbefüllbaren Squeeze-Liquid-Gels alle 5 km, an den Stationen gab’s Wasser. Die progressive Muskelentspannung beim Laufen scheint zu funktionieren, auch wenn meine Gedanken bei Kilometer 18 etwas abgeschweift sind – ich war bei meinem verstorbenen Patenonkel, der mir mal erzählt hatte, dass er den Melibokuslauf selbst gewonnen und mir Trainingstipps gegeben hat. Zu einem letzten Treffen ist es leider nicht mehr gekommen.

Die Wadenkrämpfe haben mich dann wieder in die Realität zurückgeholt. Zum Glück hat es geregnet – trotz Krämpfen bin ich ins Ziel gelaufen.

Ein schöner Lauf in toller Atmosphäre. Die Melibokus-Runde ist und bleibt einer meiner Lieblings-Waldläufe.

Renndaten

Wert
Dauer 2:29:17
Distanz 21,69 km
Ø Herzfrequenz 167 S/min
Max. Herzfrequenz 186 S/min
Ø Tempo 6:53 min/km
Max. Tempo 3:30 min/km
RPE 6/10

Fazit

Letzter in meiner Altersklasse geworden, aber ehrlich gesagt eher ein Trainingslauf daraus gemacht. Durch die mentale Abgeschlagenheit und Müdigkeit eher ein mentaler Kampf, der durch die Wadenkrämpfe nicht besser wurde.

Denke, das muss was Muskuläres sein – ich muss wohl einfach mehr Downhill üben und meinen Körper daran gewöhnen, statt nur flach zu laufen.